Montag, 18. Dezember 2006

The Departed - Unter Feinden

Schönen guten Abend wünsche ich euch allen.
Nun komme ich endlich dazu meine kleine Rezension zu "The Departed - Unter Feinden" ins Netz zu stellen. Letzten Donnerstag kam ich endlich dazu das neue Werk von Ausnahmeregisseur Martin Scorsese unter die Lupe zu nehmen. Aus erschöpflicher Erfahrung als Videothekar (LOL) war mir vollkommen bewusst, dass der Film auf dem Drehbuch zum chinesischen Film "Infernal Affairs" basiert.

Über eben diesen Streifen hatte ich bis jetzt nur wirklich gute Dinge gehört, was mich auf das Hollywoodremake besonders gespannt gemacht hat. Mit einem Ensemble aus Schauspielern wie Leonardo Di Caprio, Jack Nicholson, Matt Damon, Martin Sheen, Mark Wahlberg etc. konnte der Film auf dem Papier schon einmal sehr überzeugen.

Billy Costigan (Di Caprio) kommt aus einem Ghetto aus der Vorstadt von Boston. In der dortigen Polizeiakademie lässt er sich zu unser Freund und Helfer ausbilden.
Colin Sullivan (Damon), in jungen Jahren von Gangsterboss Costello (Nicholson) von der Strasse geholt, schlägt den gleichen Weg ein, um dem Staate zu dienen.

Costigan wird als Undecoveragent eingesetzt, um sich in die Gang um Costello einzuschleusen und den langverfolgten Paten endlich aus dem Weg zu räumen. Seine einzigen Ansprechpartner während dieser Zeit sind Detective Dignam (Wahlberg) und Queenan (Sheen).

Sullivan nimmt im Gegensatz einen Job als Specialagent an, der auch auf die Jagd um Drogenboss Costello geschickt wird. Hierbei wird er jedoch von eben diesem Costello als Strohmann eingesetzt, um die Polizei mehr als einmal in die Irre zu führen.

Nach und nach kommen sowohl die Polizei als auch Costello hinter die Existenz ihrer jeweiligen Spitzel. Es kommt zu Ermittlungen innerhalb der Organisationen, was nicht nur zu viel Blutvergiessen sondern auch zu viel Verwirrung führt.

Am Ende sind Sullivan und Costigan allein auf sich gestellt und müssen letztendlich ums nackte Überleben kämpfen.
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"The Departed - Unter Feinden" zeigt wieder einmal die Genialität des Regiegenies Scorsese.
Trotz einer Länge von über 150 Minuten bleibt die Handlung immer spannend und kann mit einigen Wendungen und Überraschungen überzeugen. Di Caprio zeigt mit dem Charakter des Billy Costigan eine grandiose Mischung zwischen nervlichem Wrack, eiskaltem Killer und verwundbaren Mann. Nicht zu unrecht hat er hierfür eine Nominierung für den Golden Globe in der Kategorie des besten Hauptdarstellers erhalten. Auch der Rest der Darstellerriege weiß sehr zu überzeugen. Nicholson spielt die Rolle des Frank Costello als ob es kein Morgen mehr gäbe. Die Geistesgestörtheit, der kranke Sarkasmus und die Kaltschnäuzigkeit sind seinem Charakter zu 100 % abzunehmen. Matt Damon spielt Sullivan mit der Prise Arroganz und Selbstbeherrschtheit, die jeden Zuschauer ihn verfluchen lassen.

Zu erwähnen ist auch die fantastische Leistung von Mark Wahlberg. Hier hat er trotz wenigen Szenen definitiv einen Platz als durchgeknalltesten und lustigsten Charakter, der jemals auf Zelluloid gebannt wurde mit Bravour errungen. Es reicht nur ein Zitat um dies zu unterstreichen: "Who am I? I'm the guy that does his fuckin' job! You must be the other guy!".


Nun denkt sich der Leser natürlich, dass bei so klasse Leistungen der Schauspieler und einer so interessanten Vorlage Scorsese nur mit dem Finger schnipsen musste, um seinen größten kommerziellen Erfolg zu feiern. Doch dies ist sehr vermessen. Scorsese bringt eine klasse Atmosphäre mit jeder Einstellung rüber und bringt dem Zuschauer zum Ende hin auch noch eins der skurrilsten Enden der Filmgeschichte. Es bleibt zu hoffen, dass dieses mal die liebe Oscarakademie endlich sein Können angemessen bewertet und nicht wieder übergeht.

Ganz klar


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