Donnerstag, 4. Januar 2007

Babel

So liebe Leute. Gestern war ich endlich im Kino und konnte mir das neue Werk "Babel" vom talentierten Regisseur Alejandro González Inarittu anschauen.
"Babel" ist der Nachfolger zu "21 Gram" und "Amores Perros". Beides Filme die mich stark berührt haben und hoch in meiner Gunst stehen.
Daher war es natürlich klar, dass ich mit hohen Erwartungen den Filmsaal betrat.

Die Handlung des Films ist wie in den vorangegangenen Werken Inarritus in mehrere Episoden unterteilt und erzählt Geschichten von Menschen, die über mehrere Kontinente zerstreut sind.
Richard (Brad Pitt) und Susan (Cate Blanchett) sind ein amerikanisches Ehepaar mit Beziehungsproblemen, die nach Marokko in den Urlaub gefahren sind, um sich wieder näher zu kommen und Ereignisse aus der Vergangenheit verarbeiten zu können. Chieko ist ein taubstummes Mädchen und hat vor kurzer Zeit ihre Mutter verloren. Sie sucht verzweifelt nach männlicher Zuneigung in dem lauten und wirren Treiben Tokios .


Mit einem Schuss aus einem Gewehr werden diese beiden Geschichten und noch zwei weitere kleine Erzählstränge zu einem großen Gleichnis zusammengeführt.
Zwei marokkanische Hirtenjungen schießen aus Spaß auf einen Reisebus in der Wüste. In diesem Bus sitzt das amerikanische Ehepaar, was dazu führt, dass Susan angeschossen wird. Ohne eine nahegelegene Krankenstation muss Richard in einem marokkanischen Dorf in der Wüste um das Leben seiner Frau kämpfen. Währenddessen fährt die Haushälterin des Ehepaares mit deren Kindern nach Mexiko zu der Hochzeit ihres Sohnes.

Im Laufe der Zeit spinnt Inarritu kleine, aber sehr feine Verbindungen zwischen den verschiedenen Geschichten und bringt so das Problem zum Vorschein, das allen Protagonisten anhaftet. Es fehlt den Menschen an der Fähigkeit zur Kommunikation.
Ob Richard, der mit Händen und Füssen sich mit der einheimischen Bevölkerung verständigt oder Chieko, die durch ihre Behinderung auf Zeichensprache angewiesen ist. Überall treten Missverständnisse auf, die es unmöglich machen das auszudrücken oder zu erreichen, was gewünscht wird.

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Die Schauspielerriege um Pitt und Blanchett spielt fantastisch ihre Rollen und bringt dem Zuschauer sowohl die Gefühle als auch Gedanken der Charaktere überzeugend näher.
Herauszuheben ist für mich Rinko Kikuchi, die mit dem Porträt der Chieko eine Figur geschaffen hat, die mich in ihren Bann gezogen und eine wahnsinnige emotionale Nähe aufgebaut hat.
Leider hat einer meiner Lieblingsschauspieler, Gael Garcia Bernal, nur eine Nebenrolle gespielt. Bei solch einem Talent ist es schade, dass er nicht in noch mehr Szenen zu sehen war.

Inarritu hat mit seiner Regie brilliante Arbeit geleistet. Lange haben mich solche Bilder nicht mehr so sehr begeistert und staunen lassen. Der Film ist wirklich eine emotionale und bildgewaltige Achterbahnfahrt durch das Leben seiner Protagonisten.

Bei allem Lob ist jedoch anzumerken, dass einige Geschichten im Vergleich zu "Amores Perros" oder "21 Gram" mir nicht so sehr an die Nieren gegangen sind und mich nachdenklich gemacht haben. Es fehlte bei aller Bildpracht vor allem bei der Geschichte um das amerikanische Ehepaar und ihrer Haushälterin an Möglichkeiten bei denen der Zuschauer Nähe aufbauen konnte.

Trotzdem bleibt "Babel" ein guter Film der eine Botschaft an den Zuschauer heranträgt, die im heutigen Zeitalter von Internet und weiteren technischen Fortschritten an immer größer werdender Bedeutung gewinnt. Zurecht wurde der Film auch für 7 Golden Globes nominiert.

Von mir daher





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